Unfinden wird demnächst erdverkabelt. Die alten Straßenlampen werden durch neue ersetzt. Infos gab es bei einer Bürgerversammlung.

2023-01-12 16:02:09 By : Ms. Jenny Shu

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Unfinden wird demnächst erdverkabelt. Die alten Straßenlampen werden durch neue ersetzt. Und die Dachständer auf den Häusern werden allmählich verschwinden. Genauere Informationen bekamen die Einwohner des Königsberger Stadtteils bei der Bürgerversammlung im Saal des „Schwarzen Adlers“.

Wegen des Anschlusses von Photovoltaikanlagen und der künftigen verstärkten Nutzung von Strom für E-Autos sei ein umfassender Aufbau eines neuen Netzes in Unfinden mit zwei bis drei Transformatoren erforderlich. Das sagte Stefan Bedenk von Bayernwerk bei der Bürgerversammlung, zu der 60 Bürgerinnen und Bürger gekommen waren.

Bedenk erklärte, die Dachständerleitungen würden aber nach Erstellung des vollständigen Erdnetzes vorerst bestehen bleiben. Eine Umstellung werde dann Zug um Zug vorgenommen. Energienetz und Stromnetz würden unterschiedlich tief verlegt, wobei sich die Kabelgräben nicht immer decken würden, da Stromleitungen in erster Linie im Gehwegbereich, Energieleitungen aber vorrangig in der Straße verlegt würden.

Bedenk wies die Bürger darauf hin, dass das Bayernwerk bei der Erstellung der Stromleitungen von öffentlichem Grund in die privaten Anwesen die Leerrohre für Glasfaser gleich mit einbauen könne. Ein späteres Einblasen der Glasfaserleitungen in die Leerrohre müsse aber durch die Stadt Königsberg in Auftrag gegeben werden.

Das erstellte Netz könne dann später an einen Anbieter vermietet oder verkauft werden. In Absprache mit den Bauherren müssten für jedes einzelne Grundstück die Kabelzuführung und der Standort der neuen Übergabestation festgelegt werden. Normalerweise würden dazu im Grundstück Hausanschlusssäulen erstellt. Von diesen aus müsse durch einen vom Hausbesitzer beauftragten Elektriker ein Anschluss an die bestehenden oder neu zu setzenden Verteiler hergestellt werden.

Bedenk erläuterte weiterhin, dass mit den neuen Leitungen und den Transformatoren bei Ausfall eines Gerätes wesentlich schneller und einfacher als bisher eine Versorgung vom Bayernwerk wiederhergestellt werden könne. „Das gesamte Ortsnetz ist dann künftig stabiler und wesentlich leistungsfähiger als jetzt, vor allem auch in Anbetracht der kommenden Anforderungen durch Elektroautos.“ 

Um die Straßenbeleuchtung in Unfinden ging es im Anschluss. Diesen Part übernahm Günter Jira von Bayernwerk. Er sprach die erforderliche komplette Verkabelung der Straßenbeleuchtung an. Die neuen Lampen seien sparsam, auch indem ihre Leuchtkraft – nach den Vorgaben der Stadt – zwischen 22 und 5 Uhr um 50 Prozent abgesenkt werden soll. Auf eine Anfrage bestätigte Jira, dass manche Gemeinden das Licht nachts teilweise komplett löschten oder Lampen mit Bewegungsmeldern verwendeten. „So etwas kann ich aus verkehrstechnischen und versicherungsrechtlichen Gründen nicht befürworten“, sagte Jira.

Auf eine weitere Anfrage bestätigte Jira, dass die im Kernort angebrachten Wandarm-Leuchten komplett ersetzt  werden sollen. Dies sei ratsam, da die bisherige direkte Stromversorgung von den Dachständern aus nicht mehr möglich sei und die meisten Anwohner eine Zuleitung an der Hausfassade nicht gestatteten, sie sei ja auch optisch störend. Wo die Pfosten aufgestellt werden, das müsse mit der Stadt und den Anliegern festgelegt werden. Das Bayernwerk werde ein Konzept nach DIN-Norm entwerfen und mit der Stadt und den Anwohnern die Standorte der neuen Leuchten festlegen. Bis zum Winter werde vorrangig der Bereich bei der Einfahrt an der Bushaltestelle bis zur Gabelung „Zum Plan/Braugasse“ geöffnet und verkabelt. Schließlich sagte Jira, die Kosten für neue Lampen habe die Stadt zu tragen.

Im Anschluss daran sprach Ortssprecher Marco Siller das Energiekonzept und die Nahwärmeversorgung in Unfinden an. „Gerade durch die Verkabelung der Stromleitungen könnten jetzt Synergieeffekte für die Wärmeversorgung entstehen“, sagte er. Mittlerweile seien fünf oder sechs Eigentümer von der ursprünglichen Planung auf eigene Einzellösungen ausgewichen, weil bei ihnen ein Aufschub nicht mehr möglich gewesen sei.

Bürgermeister Claus Bittenbrünn sprach über das Thema Umbau des Rathauses in Unfinden: Dieser werde von Bernhard Joos und der Denkmalschutzbehörde in Schloss Seehof befürwortet. Die Vorplanungen würden erstellt, um einen Förderantrag einreichen zu können. Die Kosten werden laut Bittenbrünn grob auf 600.000 bis 700.000 Euro geschätzt. Bittenbrünn: „Es muss nun eine Fördermöglichkeit gesucht werden, um die Sanierung umsetzen zu können.“

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